Bungee-Jumping in Deutschland: Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Sprungorte
Beim Bungee-Jumping springen Sie von einer Brücke, einem Kran oder einer Staumauer und werden von einem elastischen Seil abgebremst, das Sie mehrmals wieder nach oben federn lässt. In Deutschland sind vor allem Kransprünge aus 50 bis 100 Metern Höhe verbreitet, meist ab 16 Jahren und mit einem Körpergewicht zwischen 50 und rund 118 Kilogramm. Ein Einzelsprung kostet hier derzeit etwa 100 bis 130 Euro, hohe Brückensprünge in Österreich mehr (Stand Oktober 2026).

Bungee-Jumping im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Sprungorte in Deutschland | meist mobile Kräne, z. B. in Hamburg, Berlin, bei Düsseldorf |
| Typische Höhen | 50–100 m in Deutschland, 192 m an der Europabrücke (Tirol) |
| Mindestalter | meist 16 Jahre, unter 18 mit Einverständnis der Eltern |
| Gewicht | z. B. 50–118 kg (Hamburg), 50–105 kg (Europabrücke) |
| Saison | meist Frühjahr bis Herbst, an festen Sprungterminen |
| Preis Einzelsprung | ca. 96–130 € in Deutschland, 239 € Europabrücke (Stand Oktober 2026) |
Wie Bungee-Jumping entstanden ist
Das Vorbild sind die Lianenspringer auf der Insel Pentecost im heutigen Vanuatu, die sich mit Lianen an den Füßen von Holztürmen fallen lassen. Die ersten modernen Sprünge mit Gummiseilen wagten Mitglieder des Dangerous Sports Club der Universität Oxford am 1. April 1979 von der Clifton Suspension Bridge in Bristol. Bekannt wurde der Sport durch den Neuseeländer A. J. Hackett, der 1987 vom Eiffelturm sprang und danach kommerzielle Sprünge anbot. Im deutschsprachigen Raum machte ihn vor allem der Stuntman Jochen Schweizer populär.
So läuft ein Sprung ab
- Anmeldung und Wiegen: Sie unterschreiben eine Haftungsverzichtserklärung. Ihr Gewicht wird festgestellt, weil Seillänge und -stärke darauf abgestimmt werden.
- Einweisung: Ein Instruktor erklärt Absprung, Körperhaltung und das Verhalten am Seil.
- Gurt anlegen: Befestigt wird an den Fußgelenken oder an einem Hüft- beziehungsweise Körpergurt. Der Fußgurt sorgt für den klassischen Kopfüber-Sprung.
- Auffahrt: Bei Kransprüngen fahren Sie in einem Korb nach oben, an Brücken gehen Sie zur Absprungplattform.
- Absprung: Nach einem Countdown lassen Sie sich nach vorn fallen. Das Seil dehnt sich, bremst Sie ab und lässt Sie mehrmals nachfedern.
- Abseilen: Zum Schluss werden Sie auf eine Landematte abgelassen oder, bei Wassersprüngen, in ein Boot geholt.
Planen Sie genug Zeit ein, denn an Sprungtagen springen viele Teilnehmer nacheinander. Für die Kleidung empfiehlt etwa der Hamburger Anbieter bequeme Sachen und flache Schuhe, die den Knöchel frei lassen.
Voraussetzungen und Gesundheit
Beim Abbremsen wirken etwa 2,5- bis 3,5-fache Erdbeschleunigung, der Kopf hängt nach unten und der Blutdruck im Kopf steigt. Daraus ergeben sich klare Grenzen. Nicht springen sollten Menschen mit:
- Bluthochdruck, Herz- oder Kreislauferkrankungen oder einem Herzschrittmacher
- Epilepsie oder grünem Star (Glaukom)
- Problemen an Halswirbelsäule und Nacken
- Schwangerschaft
- Alkohol- oder Drogeneinfluss
Hinzu kommen Alters- und Gewichtsgrenzen der Betreiber. Beim Kransprung in Hamburg sind es 16 Jahre und 50 bis 118 Kilogramm einschließlich Kleidung und Schuhen, an der Europabrücke 16 Jahre und 50 bis 105 Kilogramm. Ältere Springer müssen bei manchen Anbietern ein ärztliches Attest vorlegen. Wer im Grenzbereich liegt, fragt am besten vor dem Kauf eines Gutscheins nach.
Wie sicher ist Bungee-Jumping?
Ein reißendes Seil ist die seltenste Unfallursache. Moderne Seile haben einen Überdehnungsschutz aus Kunstfasern, der den Sturz auffängt, falls das Gummi versagt. Nach einem tödlichen Unfall am Dortmunder Florianturm 2003 wurden Seile mit sichtbaren Kernfasern und einem flachen Dehnungsbegrenzer weiterentwickelt. Die meisten schweren Unfälle gingen auf menschliche Fehler zurück, etwa falsch angelegte Gurte, nicht verschlossene Karabiner oder verwechselte Seile.
Für Sie als Springer gilt:
- Folgen Sie genau den Anweisungen des Instruktors und springen Sie erst auf Kommando.
- Halten Sie beim ersten Zurückfedern die Unterarme vor Gesicht und Hals, damit Sie das Seil nicht trifft.
- Melden Sie gesundheitliche Einschränkungen ehrlich, auch wenn es peinlich ist.
- Vorübergehende Augenrötungen oder Sehstörungen nach dem Sprung sind möglich und meist harmlos; halten sie an, suchen Sie ärztlichen Rat.
Kosten und Sprungorte
In Deutschland gibt es kaum feste Brückensprunganlagen; meist wird von mobilen Kränen gesprungen. Die folgenden Preise stammen von Anbieter-Preislisten (Stand Oktober 2026):
| Ort | Höhe | Preis |
|---|---|---|
| Hafenkran Hamburg | 50 m | 129,90 € (Tandem für 2: 189,90 €) |
| Berlin | Kransprung | 99,90 € |
| Erkrath bei Düsseldorf | Kransprung | regulär 119,90 €, zeitweise reduziert ab 95,90 € |
| Europabrücke bei Innsbruck (Österreich) | 192 m | 239 € regulär |
| Kölnbreinsperre (Österreich) | 165 m | Preis beim Betreiber |
Viele Kransprünge finden nur von Mai bis Oktober an festen Terminen statt. Foto- und Videopakete kosten in der Regel extra. Zuschauer dürfen meist kostenlos mitkommen. Wer es noch höher mag, findet in Österreich und der Schweiz Brücken- und Staudammsprünge von über 150 Metern.

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Bungee-Jumping verschenken
- Termine prüfen: Sprünge finden nur an festen Terminen in der Saison statt. Ein Gutschein im Winter wird also erst im Frühjahr eingelöst.
- Gültigkeit: Erlebnisgutscheine großer Anbieter gelten oft drei Jahre und lassen sich teils verlängern. Achten Sie auf die Angaben auf dem Gutschein.
- Wetter: Bei Sturm oder Gewitter wird verschoben; das entscheidet der Betreiber. Planen Sie deshalb keine lange Anreise ohne Ausweichtermin.
- Gewicht und Gesundheit: Klären Sie unauffällig, ob der Beschenkte die Gewichtsgrenze einhält und keine der Ausschlusskrankheiten hat.
- Tandem: Für Paare oder Freunde gibt es Tandemsprünge; hier gilt meist ein gemeinsames Höchstgewicht.
Eine ruhigere Alternative für Menschen mit Höhenangst ist Bodyflying im Windkanal, wer den freien Fall länger erleben möchte, liest den Ratgeber zum Fallschirmspringen.
Häufige Fragen zum Bungee-Jumping
Wie lange dauert der freie Fall?
Bei 50 Metern nur wenige Sekunden, bevor das Seil zu bremsen beginnt. Danach federn Sie mehrmals auf und ab, bis Sie ausgependelt sind.
Ab welchem Alter darf man springen?
Bei den meisten Anbietern ab 16 Jahren. Minderjährige brauchen die schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Kann eine Begleitperson zuschauen?
Ja, beim Hamburger Kransprung ist zum Beispiel eine zuschauende Begleitperson kostenlos. Für Fotos und Videos fragen Sie nach dem Medienpaket des Betreibers.
Welche Befestigung ist besser, Fuß- oder Hüftgurt?
Der Fußgurt ermöglicht den klassischen Kopfüber-Sprung. Mit Hüft- oder Körpergurt sind auch Saltos möglich. Welche Variante angeboten wird, hängt vom Sprungort ab.







