Künstlervereine in Düsseldorf 1

Künstlervereine und Kunstvereine in Düsseldorf: Malkasten, Kunstverein & Co.

Düsseldorf ist seit fast 200 Jahren eine Stadt der Kunstvereine. Kurz nach der Neugründung der Kunstakademie entstanden hier einige der ältesten Künstler- und Kunstvereine Deutschlands, und viele gibt es bis heute: den Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen (1829), den Verein der Düsseldorfer Künstler (1844) und den Künstlerverein Malkasten (1848). Dazu kommen Künstlerinnenvereine, der Berufsverband BBK und eine lebendige Szene aus Projekträumen. Dieser Überblick stellt die wichtigsten vor.

Akademie, Malerschule, Vereine: wie alles anfing

Die Wurzeln liegen in der Kunstakademie Düsseldorf. Sie wurde 1773 als Kurfürstlich-Pfälzische Akademie gegründet und 1819 als Königlich-Preußische Kunstakademie neu begründet. Unter Direktor Wilhelm von Schadow zog sie Studenten aus vielen Ländern an, darunter auch aus den USA; seit den 1830er-Jahren spricht man von der Düsseldorfer Malerschule. Die vielen Künstler in der Stadt organisierten sich bald in Vereinen – für Ausstellungen, gegenseitige Hilfe und Geselligkeit.

VereinGegründetSitz heute
Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen1829Kunsthalle, Grabbeplatz 4
Verein der Düsseldorfer Künstler1844Atelierhaus Sittarder Straße 5
Künstlerverein Malkasten1848Jacobistraße 6a, Pempelfort
Verein Düsseldorfer Künstlerinnen1911–
GEDOK A 461996–
BBK Düsseldorf–BBK Kunstforum, Birkenstraße 47

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen (1829)

Der Kunstverein ist einer der ältesten Kunstvereine Deutschlands. Seine Satzung stammt vom 23. Januar 1829; initiiert hatten ihn Akademiedirektor Wilhelm von Schadow und Karl Josef Ignatz Mosler. Ursprünglich kaufte der Verein Kunstwerke an und verloste sie unter seinen Mitgliedern – um 1900 waren es fast 14.000.

Seit 1967 sitzt er im Gebäude der Kunsthalle am Grabbeplatz, einem Bau des Brutalismus, und zeigt dort in seiner Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst. Heute hat er nach eigenen Angaben über 2.000 Mitglieder; Direktorin ist seit 2025 Gloria Hasnay. Eine geplante Sanierung der Kunsthalle wurde zuletzt verschoben – aktuelle Ausstellungsorte sollten Sie vor einem Besuch auf der Website prüfen.

Verein der Düsseldorfer Künstler (1844)

Der Verein der Düsseldorfer Künstler wurde 1844 von rund 100 Künstlern um Wilhelm von Schadow gegründet, damals als „Verein der Düsseldorfer Künstler zur gegenseitigen Unterstützung und Hülfe“. Sein ursprünglicher Zweck war eine Hilfskasse für notleidende Künstler und ihre Hinterbliebenen – eine frühe Form sozialer Absicherung für Kunstschaffende.

Heute hat der Verein rund 300 Mitglieder und sitzt im Künstler-Atelierhaus an der Sittarder Straße. Bekannt ist er vor allem als Mitveranstalter der jährlichen Ausstellung „Die Große“ im Kunstpalast, bei der seit 1975 der Kunstpreis der Künstler verliehen wird. 2025 zeigte er zu seinem Jubiläum in der Kunsthalle die Schau „Und wir fangen gerade erst an“ mit 224 Künstlerinnen und Künstlern.

Künstlerverein Malkasten (1848)

Der Malkasten ist der bekannteste Künstlerverein der Stadt. Er wurde am 6. August 1848 gegründet, nach einem „Fest der deutschen Einheit“ im Revolutionsjahr. Zu den 112 Gründungsmitgliedern gehörten die Maler Theodor Hildebrandt und Emanuel Leutze; ab 1850 war auch Robert Schumann Mitglied. Zweck war laut Satzung das gesellige Künstlerleben und die Förderung von Kunst und Künstlern. Frauen nimmt der Verein erst seit 1977 auf.

  • Ort: 1861 erwarb der Verein den Jacobigarten in Pempelfort, heute Malkastenpark. Im historischen Jacobihaus liegen Gesellschaftsräume und Archiv, im Hentrichhaus Theatersaal, Künstlerkeller und Gastronomie.
  • Literaturgeschichte: Ein Duell im Umfeld des Malkastens im Jahr 1886 diente Theodor Fontane als Vorlage für „Effi Briest“.
  • Heute: gut 300 Mitglieder (Stand 2019), regelmäßige Ausstellungen im Malkastenforum, Veranstaltungen im Park und ein wöchentlicher Mitgliederabend.

Künstlerinnen organisieren sich

Weil Frauen in den traditionellen Vereinen lange nicht aufgenommen wurden, gründeten Künstlerinnen eigene Vereine. Der Verein Düsseldorfer Künstlerinnen entstand im Oktober 1911 als „Vereinigung Düsseldorfer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“; zu den Gründerinnen gehörten Fanny Coupette, Paula Monjé und Meta Weber. Er besteht bis heute mit rund 40 Mitgliedern.

Die Regionalgruppe der GEDOK, eines bundesweiten Netzwerks für Künstlerinnen, heißt in Düsseldorf GEDOK A 46 – benannt nach der Autobahn. Sie wurde 1996 gegründet.

BBK Düsseldorf: Berufsverband mit Kunstforum

Der BBK Düsseldorf ist der regionale Verband des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler. Er vertritt die kulturpolitischen, sozialen und rechtlichen Interessen professioneller Kunstschaffender. Im BBK Kunstforum an der Birkenstraße in Flingern zeigt er Ausstellungen seiner Mitglieder.

Nicht vom BBK, sondern von der Stadt organisiert werden die Kunstpunkte: An zwei Wochenenden im September öffnen Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers, 2025 an über 200 Orten bei freiem Eintritt.

Projekträume und Off-Spaces

Neben den traditionsreichen Vereinen prägen kleine, meist ehrenamtlich betriebene Projekträume die Szene:

  • reinraum e.V.: ein Ausstellungsraum in einer ehemaligen unterirdischen Toilettenanlage an der Adersstraße, nach einer Sanierung 2024 wiedereröffnet.
  • AStA-Offspace der Kunstakademie: seit 2024 an der Friedrichstraße.
  • plan.d. produzentengalerie: eine von Künstlern betriebene Galerie an der Dorotheenstraße in Flingern.
  • WP8: Kulturort am Worringer Platz und Partner der Kooperation WPKultur.
  • damenundherren e.V. (2003–2022): Kulturverein in einem ehemaligen Friseursalon an der Oberbilker Allee, bekannt für Ausstellungen, Konzerte und Pecha Kucha Nights. Seine Geschichte erzählt unser Artikel damenundherren e.V.
  • Kunst und Haltung e.V.: Salon für Ausstellungen und Diskussionen des Fotokünstlers Horst Wackerbarth, mehr im Artikel Kunst und Haltung e.V.

Ein städtischer Ausstellungsort mit ungewöhnlicher Lage ist KIT – Kunst im Tunnel: Seit 2007 zeigt er junge Kunst in einem Restraum des Rheinufertunnels.

Kein Verein: die Art Düsseldorf

Oft verwechselt wird die Art Düsseldorf. Sie ist kein Verein, sondern eine Kunstmesse, gegründet 2017 und ausgerichtet auf dem Areal Böhler. 2026 kamen zur achten Ausgabe 119 Galerien und rund 23.000 Besucher.

Weitere Kulturorte stellen wir in der Rubrik Theater vor, etwa die Theaterkantine Düsseldorf.

Quellen

Melanie ist eine Marketing-Managerin mit einer Leidenschaft für Kreativität und Innovation. Neben ihrer beruflichen Laufbahn schreibt Melanie für Parifar und verbindet dabei ihre beiden anderen Hobbies - Reisen und DIY.

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