Frühlings Ankunft
Alle Vögel sind schon da
alle Vögel alle.
Welch ein Singen, Musizieren,
Pfeifen, Zwitschen, Tiriliern,
Frühling will nun einmaschieren,
kommt mit Sang und Schalle.
Wie sie alle lustig sind,
flink und froh sich regen.
Amsel, Drossel, Fink und Star,
und die ganze Vogelschar,
wünschen dir ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.
Was sie uns verkünden nun,
nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein,
lustig wie die Vögelein,
hier und dort, Feld aus Feld ein,
singen, springen, scherzen.
Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Titel: Frühlings Ankunft
Das ist des Lenzes belebender Hauch
Das ist des Lenzes belebender Hauch
der atmet durch Flur und Feld!
Schon schlägt die Drossel im Erlenstrauch
die Lerche singt und der Buchfink auch:
o du sonnige, wonnige Welt
Bald kommt der Mai und der Wald wird grün
und wölbt sein duftiges Zelt!
Die weissen Wolken am Himmel ziehn
der Apfelbaum und die Rosen blühn:
o du sonnige wonnige Welt
Ihr Knaben und Mädchen, nun kränzt das Haupt
zum Tanz um die Linde gesellt!
Was heute prangt, ist morgen entlaubt
und es schneit und stürmt, bevor ihr es glaubt,
o du sonnige wonnige Welt
Die Tage verrauschen in Lust und in Leid
wie Pfeile vom Bogen geschnellt:
o jubelt und lacht, denn es kommt die Zeit
bevor ihr es glaubt, wo es stürmt und schneit
o du sonnige wonnige Welt
Autor Text: Friedrich Wilhelm Weber 1882
Titel: Das ist des Lenzes belebender Hauch
Der Frühling hat sich eingestellt
Der Frühling hat sich eingestellt,
wohl an, wer will ihn sehn?
Der muß mit mir ins freie Feld,
ins grüne Feld nun gehn.
Er hielt im Walde sich versteckt,
daß keiner ihn mehr sah,
ein Vöglein hat ihn aufgeweckt,
jetzt ist er wieder da.
Und allen hat er, groß und klein,
was schönes mitgebracht;
und soltt`s auch nur ein Sträußchen sein,
er hat an uns gedacht.
Drum frisch hinaus ins frei Feld,
ins grüne Land hinaus;
der Frühling hat sich eingestellt,
wer bliebe da zu haus?
Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
Titel: Der Frühling hat sich eingestellt
Der Frühling naht mit Brausen
Der Frühling naht mit Brausen
er rüstet sich zur Tat,
und unter Sturm und Sausen
keimt still die grüne Saat.
Drum wach, erwach, du Menschenkind
daß dich der Lenz nicht schlafend find
drum wach, erwach, du Menschenkind
daß dich der Lenz nicht schlafend find
Tu ab die Wintersorgen,
Empfange frisch den Gast;
Er fliegt wie junger Morgen,
Er hält nicht lange Rast.
Die Knospe schwillt,
Die Blume blüht,
Die Stunde eilt,
Der Frühling flieht.
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find‘!
Dir armen Menschenkinde
Ist wund und weh ums Herz,
Auf, spreng getrost die Rinde,
Schau mutig frühlingswärts!
Es schmilzt das Eis, die Quelle rinnt,
Dir taut der Schmerz und löst sich lind.
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find‘!
Und wie die Vöglein leise
Anstimmen ihren Chor,
So schall auch deine Weise
Aus tiefster Brust hervor:
Bist nicht verarmt, bist nicht allein,
Umringt von Sang und Sonnenschein!
Drum wach, erwach, du Menschenkind,
Daß dich der Lenz nicht schlafend find‘!
Autor Text: Karl Klingemann (1798-1862)
Titel: Der Frühling naht mit Brausen
Autor Musik: Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
Der Mai ist gekommen
Der Mai ist gekommen,
Die Bäume schlagen aus,
Da bleibe, wer Lust hat,
Mit Sorgen zu Haus!
Wie die Wolken wandern
Am himmlischen Zelt,
So steht auch mir der Sinn
In die weite, weite Welt.
Herr Vater, Frau Mutter,
Daß Gott euch behüt!
Wer weiß, wo in der Ferne
Mein Glück mir noch blüht;
Es gibt so manche Straße,
Da nimmer ich marschiert,
Es gibt so manchen Wein,
Den ich nimmer noch probiert.
Frisch auf drum, frisch auf drum
Im hellen Sonnenstrahl!
Wohl über die Berge,
Wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen,
Die Bäume rauschen all;
Mein Herz ist wie’ne Lerche
Und stimmet ein mit Schall.
O Wandern, o Wandern,
Du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem
So frisch in die Brust;
Da singet und jauchzet
Das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön,
O du weite, weite Welt!
Autor Text: Emanuel Geibel (1815 – 1884)
Titel: Der Mai ist gekommen
Autor der Melodie: Justus Wilhelm Lyra (1822 – 1882)

