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Survival-Training: Ablauf, Kosten, Ausrüstung und was im Wald erlaubt ist

Melanie Groß
Redaktion parifar
Aktualisiert am 24.10.20266 Min. Lesezeit5 Quellen geprüft

Ein Survival-Training ist ein angeleiteter Outdoor-Kurs, in dem Sie lernen, mit wenig Ausrüstung in der Natur zurechtzukommen: Feuer machen, einen Unterschlupf bauen, Wasser aufbereiten und sich ohne Smartphone orientieren. Das Angebot reicht vom vierstündigen Schnupperkurs bis zum mehrtägigen Camp mit Übernachtung im Wald, auf dem Erlebnisportal mydays kosten die Kurse im Oktober 2026 meist rund 50 bis 430 Euro pro Person. Weil Feuer und Übernachten im Wald in Deutschland nicht frei erlaubt sind, finden seriöse Kurse auf eigenen Flächen der Anbieter oder mit Genehmigung statt.

Tarp, Rucksack und Ausrüstung an einem Baum im Wald
Ein Tarp ist oft der erste Unterschlupf beim Survival-Training. Foto: Pixabay (Pixabay-Inhaltslizenz)

Survival-Training im Überblick

MerkmalTypische Ausprägung
FormateSchnupperkurs (ca. 4 Stunden), Tageskurs, Wochenende mit einer Nacht, Intensivkurs über 3 Tage
InhalteFeuer ohne Feuerzeug, Notunterkunft (Shelter), Wasser filtern und abkochen, Orientierung mit Karte und Kompass, Knoten, Umgang mit Messer und Säge, Erste Hilfe
Übernachtungbei Mehrtageskursen meist im selbst gebauten Shelter, unter Plane oder im Schlafsack im Wald
Gruppengrößehäufig Kleingruppen, je nach Anbieter bis etwa 20 Personen
SonderformenBushcraft-Kurse, Blackout- und Krisenvorsorge-Trainings, Eltern-Kind-Camps, Frauen-Camps, Junggesellenabschiede
Kostenca. 50 bis 430 Euro pro Person (Stand Oktober 2026, siehe Kostentabelle)

Abzugrenzen ist das Survival-Training vom Bushcraft: Beim Survival geht es um das Überstehen einer Notlage mit dem, was gerade verfügbar ist. Bushcraft legt den Schwerpunkt auf traditionelle Handwerkstechniken für längere, geplante Aufenthalte in der Natur, etwa Schnitzen, Schnüre aus Pflanzenfasern oder den Bau von Lagermöbeln. Viele Kurse verbinden beides.

Ablauf und Inhalte eines Kurses

Die meisten Kurse folgen einem ähnlichen Muster: Zuerst kommt eine kurze Einweisung in Sicherheit und Werkzeug, danach üben Sie die Grundtechniken in der Reihenfolge, in der sie in einer echten Notlage wichtig wären. Ein typisches Wochenende sieht so aus:

  1. Ankommen und Einweisung: Vorstellung, Sicherheitsregeln, Ausgabe von Werkzeug, Kontrolle der mitgebrachten Ausrüstung.
  2. Orientierung: Kartenlesen, Arbeiten mit dem Kompass, Himmelsrichtungen ohne Hilfsmittel bestimmen, oft mit einer kleinen Wanderung zum Lagerplatz.
  3. Shelter bauen: eine Notunterkunft aus Ästen, Laub oder einer Plane, die vor Wind, Nässe und Bodenkälte schützt.
  4. Feuer: Zunder sammeln, Feuer mit Feuerstahl oder anderen Methoden entzünden, Feuer sicher unterhalten und vollständig löschen.
  5. Wasser: Wasserquellen beurteilen, Wasser filtern und abkochen.
  6. Nahrung: Kochen am Feuer, je nach Kurs Grundlagen zu essbaren Wildpflanzen.
  7. Nacht im Wald: Übernachtung im eigenen Shelter, bei manchen Kursen mit Nachtwanderung.
  8. Abschluss: Lagerplatz zurückbauen, Spuren beseitigen, Nachbesprechung.

Fischen, Fallenbau oder das Zerlegen von Wild sind nur Teil spezieller Kurse. Angeln setzt in Deutschland in der Regel einen Fischereischein und eine Erlaubnis für das jeweilige Gewässer voraus, und auch das Fangen von Wildtieren ist streng geregelt. In seriösen Kursen werden solche Techniken deshalb höchstens erklärt oder simuliert.

Kälte, Hunger, Dunkelheit: 24 Stunden Survival-Training im Wald | Die Story | Kontrovers | BR24
Video: Kälte, Hunger, Dunkelheit: 24 Stunden Survival-Training im Wald | Die Story | Kontrovers | BR24 (YouTube-Kanal BR24)

Für wen eignet sich ein Survival-Training?

Ein Survival-Kurs passt zu Menschen, die gern draußen sind und Neues ausprobieren wollen, aber auch zu Wanderern, Trekking-Reisenden und allen, die sich auf Notfälle wie einen längeren Stromausfall vorbereiten möchten. Als Gruppenerlebnis eignet er sich für Freundeskreise, Junggesellenabschiede und Teamevents, als Eltern-Kind-Camp auch für Familien.

Besondere Vorkenntnisse sind für Einsteigerkurse nicht nötig. Diese Voraussetzungen sollten Sie aber mitbringen oder vorab klären:

  • Grundfitness: Sie sollten mehrere Stunden draußen aktiv sein und einige Kilometer mit Gepäck gehen können.
  • Gesundheit: Wer zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder schweres Asthma hat, sollte das mit dem Anbieter und gegebenenfalls ärztlich abklären. Tageskurse sind oft weniger belastend als Kurse mit Nacht im Freien.
  • Alter: Das Mindestalter legt der Anbieter fest. Für Kinder gibt es eigene Eltern-Kind-Formate.
  • Bereitschaft zu Unbequemlichkeit: Kälte, Nässe, Insekten und wenig Schlaf gehören vor allem bei Übernachtungskursen dazu.

Rechtlicher Rahmen: Feuer und Übernachten im Wald

Das Bundeswaldgesetz erlaubt grundsätzlich jedem, den Wald zur Erholung zu betreten. Die Einzelheiten, auch zu Zelten, Übernachten und Feuer, regeln aber die Landeswaldgesetze und Naturschutzgesetze der Länder. Für ein Survival-Training heißt das: Was im Kurs geübt wird, ist auf eigene Faust im Wald oft nicht erlaubt.

  • Feuer: Offenes Feuer ist im Wald grundsätzlich verboten, solange keine Erlaubnis vorliegt oder eine ausgewiesene Feuerstelle genutzt wird. In Bayern braucht laut Art. 17 des Bayerischen Waldgesetzes eine Erlaubnis, wer im Wald oder in weniger als 100 Metern Abstand davon eine offene Feuerstätte betreibt oder ein Feuer entzündet. Außerdem gilt dort vom 1. März bis 31. Oktober ein Rauchverbot im Wald. Andere Länder haben ähnliche Regeln, Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet.
  • Übernachten und Zelten: In den meisten Bundesländern ist Zelten im Wald nur mit Zustimmung des Waldbesitzers oder der Behörde zulässig, in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist es ohne eine solche Erlaubnis untersagt. In Nationalparks und Naturschutzgebieten ist es in der Regel ganz verboten.
  • Folge für Kurse: Seriöse Anbieter arbeiten auf eigenem oder gepachtetem Gelände, mit Zustimmung des Waldbesitzers und, wo nötig, mit einer Genehmigung für das Feuer. Fragen Sie vor der Buchung nach, wo genau der Kurs stattfindet.

Was Sie im Kurs lernen, ist für den Notfall gedacht. Wer danach privat im Wald übernachten möchte, sollte Trekkingplätze, Biwakplätze oder Campingplätze nutzen und die Regeln des jeweiligen Bundeslands prüfen.

Ausrüstung: Was Sie mitbringen sollten

Spezialwerkzeug wie Säge, Feuerstahl oder Plane stellen viele Anbieter. Persönliche Ausrüstung bringen Sie in der Regel selbst mit, die genaue Packliste erhalten Sie nach der Buchung. Üblich sind:

  • wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip, dazu Regenjacke und Mütze
  • eingelaufene, feste Wanderschuhe und Ersatzsocken
  • Rucksack, Trinkflasche, Stirnlampe
  • Schlafsack und Isomatte bei Übernachtungskursen, passend zur Jahreszeit
  • Taschenmesser, wenn der Anbieter es verlangt
  • persönliche Medikamente, Mückenschutz und Zeckenzange

Gerade im Sommer sind Mücken und Zecken ein Thema, Hinweise zur Auswahl finden Sie in unserem Ratgeber zu Mückenschutz. Nach dem Kurs sollten Sie sich gründlich nach Zecken absuchen.

Infografik: Survival-Kurs richtig wählen – Diese Punkte vor der Buchung klären
Infografik: parifar.com. Quelle: BayWaldG Art. 17, Bergzeit, mydays
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Was kostet ein Survival-Training?

Die Preise hängen vor allem von der Dauer ab, ob übernachtet wird und ob Verpflegung enthalten ist. Die folgende Übersicht beruht auf den Angeboten bei mydays und konfetti, Stand Oktober 2026:

FormatDauerPreis pro Person
Schnupperkursca. 4 Stundenca. 50 bis 60 Euro
Tageskursca. 6 bis 8 Stundenca. 80 bis 145 Euro
Zweitageskurs, teils mit einer Nacht im Wald2 Tageca. 130 bis 300 Euro
Intensivkurs oder Survival-Wochenende3 Tage, 2 Nächteca. 250 bis 430 Euro

Ein Beispiel: Ein zweitägiger Kurs der Wildnisschule Lupus in Grünheide bei Berlin mit Übernachtung im Wald und Vollverpflegung kostet bei konfetti 240 Euro. Achten Sie beim Vergleich darauf, ob Verpflegung, Getränke und Leihausrüstung im Preis enthalten sind.

Anbieter auswählen und als Geschenk verpacken

Bei der Wahl des Anbieters helfen diese Fragen:

  • Wo findet der Kurs statt, und ist das Gelände für Feuer und Übernachtung freigegeben?
  • Welche Qualifikation haben die Trainer, und ist jemand mit aktueller Erste-Hilfe-Ausbildung dabei?
  • Wie groß ist die Gruppe, und wie viele Teilnehmende kommen auf einen Trainer?
  • Was ist im Preis enthalten, und was passiert bei Unwetter oder hoher Waldbrandgefahr?
  • Wird der Kurs als Abenteuer-Inszenierung mit militärischem Drill beworben? Wer Grundlagen lernen möchte, ist in einem ruhigen Einsteigerkurs meist besser aufgehoben.

Als Geschenk eignet sich ein Gutschein, bei dem die beschenkte Person Termin und Kursort selbst wählen kann. Ein Tageskurs ist ein guter Einstieg für Menschen, die noch nie draußen übernachtet haben. Wer die Kursgebühr ergänzen möchte, legt Stirnlampe, Trinkflasche oder ein gutes Taschenmesser dazu. Für Menschen, die mehr Tempo suchen, sind Erlebnisse wie Quad fahren oder ein Tandemsprung beim Fallschirmspringen die passendere Alternative.

Häufige Fragen zum Survival-Training

Muss ich beim Survival-Training hungern?

Nein, das ist die Ausnahme. Die meisten Einsteigerkurse enthalten Verpflegung, oft wird gemeinsam am Feuer gekocht. Kurse mit Verzicht auf Nahrung sind spezielle Formate und werden ausdrücklich so beschrieben.

Findet der Kurs auch bei Regen oder im Winter statt?

In der Regel ja, denn der Umgang mit schlechtem Wetter gehört zum Training. Bei Sturm, Gewitter oder hoher Waldbrandgefahr verschieben seriöse Anbieter den Termin oder passen das Programm an.

Darf ich danach allein im Wald übernachten und Feuer machen?

Nicht ohne Weiteres. Zelten im Wald braucht in den meisten Bundesländern die Zustimmung des Waldbesitzers, offenes Feuer eine Erlaubnis oder eine ausgewiesene Feuerstelle.

Wie lange ist ein Gutschein gültig?

Das steht in den Bedingungen des Anbieters oder Erlebnisportals. Prüfen Sie vor dem Kauf auch, ob der Gutschein auf andere Kurse oder Personen übertragbar ist.

Quellen

Melanie Groß schreibt für parifar über Reisen, Selbermachen und Alltag. Jeder Ratgeber wird mit Quellen geprüft und regelmäßig aktualisiert.