Eier ausblasen und Ostereier natürlich färben

Ausgeblasene Eier halten jahrelang und eignen sich für Osterstrauß, Osterbaum und Osterbrunnen. Das Eier ausblasen ist mit dem richtigen Werkzeug in wenigen Minuten erledigt. Wichtig ist dabei die Hygiene, denn auf rohen Eierschalen sitzen oft Salmonellen. In dieser Anleitung lesen Sie, wie Sie Eier sicher ausblasen, was Sie mit dem Inhalt machen und wie Sie Ostereier natürlich färben.

Warum gibt es zu Ostern überhaupt Eier?

In der Fastenzeit waren Eier früher verboten. Die Hühner legten aber weiter. Um die Eier haltbar zu machen, wurden sie gekocht, und damit man sie von frischen unterscheiden konnte, wurden sie gefärbt. An Ostern durften sie endlich gegessen werden. Die Farbe Rot steht seit frühchristlicher Zeit für das Blut Christi.

Das Ei ist außerdem ein Symbol der Auferstehung: Wie das Küken die Schale durchbricht, verlässt Jesus das Grab. Die Eiersegnung zu Ostern ist seit dem 12. Jahrhundert bekannt, gefärbte Eier gibt es in Deutschland seit dem frühen 13. Jahrhundert.

Eier ausblasen: Schritt für Schritt

Das brauchen Sie

  • rohe Eier, am besten weiße, wenn Sie färben möchten
  • Nadel, Reißzwecke oder ein dünner Nagel
  • ein Zahnstocher, Schaschlikspieß oder aufgebogene Büroklammer
  • ein Ausblaswerkzeug: Strohhalm, Eierausbläser (Blasebalg) aus dem Bastelladen oder eine Einwegspritze
  • Klebeband, eine Schüssel und Küchenpapier

So geht's

  1. Waschen: Waschen Sie die Eier direkt vor dem Ausblasen mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel. Wer den Inhalt verwenden will, wäscht die Schale nur mit Wasser, ohne Spülmittel.
  2. Abkleben: Ein Streifen Klebeband auf Spitze und stumpfem Ende verhindert, dass die Schale beim Anstechen reißt.
  3. Anstechen: Stechen Sie oben und unten je ein kleines Loch. Das Loch am stumpfen Ende darf etwas größer sein.
  4. Dotter zerstechen: Mit Zahnstocher oder Büroklammer im Ei rühren, damit der Dotter leichter herausfließt.
  5. Ausblasen: Mit dem Ausbläser, Strohhalm oder der Spritze Luft hineinblasen und den Inhalt in einer Schüssel auffangen.
  6. Spülen: Das leere Ei mit Wasser durchspülen und außen noch einmal mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel säubern.
  7. Trocknen: Aufrecht auf Küchenpapier gut trocknen lassen, bevor Sie bemalen.

Hygiene: nicht mit dem Mund pusten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Eier möglichst nicht mit dem Mund auszublasen. Salmonellen und Campylobacter sitzen vor allem auf der Schale und können beim Pusten in den Mund gelangen. Verwenden Sie stattdessen einen Strohhalm oder besser einen Ausbläser.

  • Kleine Kinder sollten möglichst nicht mit rohen Eiern hantieren. Sie können stattdessen bereits ausgeblasene Eier bemalen.
  • Wischen Sie verschütteten Eiinhalt sofort weg und reinigen Sie Nadeln und Werkzeuge.
  • Waschen Sie sich danach gründlich mit Seife die Hände.

Wohin mit dem Inhalt?

Den Inhalt können Sie verwenden, aber nur für Gerichte, die gut durcherhitzt werden: Rührei, Omelett, Pfannkuchen oder Kuchen. Für Desserts, Mayonnaise oder andere Speisen mit rohem Ei ist er nicht geeignet. Bewahren Sie ihn abgedeckt im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie ihn innerhalb von 24 Stunden.

Ostereier natürlich färben

Für natürliche Farben brauchen Sie keine Chemie, sondern Zutaten aus Küche und Garten. Weiße Eier ergeben die kräftigsten Farben.

ZutatFarbe
Kurkuma (etwa 1 EL pro Liter)kräftiges Gelb
Kamille oder Birkenblätterhelles Gelb
MöhrenGelborange
Rooibos-TeeOrange
Zwiebelschalen (etwa 30 g getrocknet pro Liter)Rotbraun
Rote Bete oder HolundersaftRot bis Violett
Rotkohlmattes Blau
Heidelbeerenbläulich
Spinat oder Brennnesseln (5–6 Handvoll pro Liter)Grün
Kaffeesatz (etwa 50 g) oder schwarzer TeeBraun

Als Faustregel für Gemüse, Beeren und Blätter gilt etwa 500 g Färbematerial für ein Färbebad.

So geht's: Die Zutat etwa zehn Minuten in Wasser kochen, zwei bis drei Esslöffel Essig dazugeben – die Säure löst den Kalk der Schale leicht an, sodass die Farbe besser hält. Die Eier 30 Minuten bis mehrere Stunden im Sud lassen; je länger, desto kräftiger. Gekochte Eier für den Verzehr nicht abschrecken. Mit intakter Schale halten gefärbte, gekochte Eier im Kühlschrank zwei bis drei Wochen.

Tricks für Muster und Glanz

  • Blattmuster: Ein kleines Blatt oder eine Blüte aufs Ei legen und mit einem Stück Nylonstrumpf festbinden. Nach dem Färben bleibt die Form hell.
  • Glanz: Die trockenen Eier mit etwas Speiseöl oder einer Speckschwarte einreiben.

Sorbische Ostereier: die hohe Kunst

Die kunstvollsten Ostereier Deutschlands kommen aus der Lausitz. Sorbische Ostereier sind seit etwa 1700 belegt und werden in vier Techniken verziert:

  • Wachsbatik: Wachs auftragen, färben, wieder Wachs auftragen und dunkler färben, immer von hell nach dunkel. Am Ende wird das Wachs über einer Kerze abgeschmolzen.
  • Kratztechnik: Das Muster wird in die gefärbte Schale gekratzt; ein Ei kann vier bis sechs Stunden dauern.
  • Ätztechnik: Säure löst die Farbe stellenweise wieder ab.
  • Bossiertechnik: Farbiges Wachs wird erhaben aufgetragen.

Die Muster haben Bedeutungen: Wolfszähne sollen Böses abwehren, Strahlen stehen für Sonne und Wachstum, drei Punkte für die Dreifaltigkeit. Traditionell schenkten Paten ihren Patenkindern zu Ostern verzierte Eier. Ein weiterer sorbischer Osterbrauch ist das Osterwasser.

Ihre fertigen Eier können Sie an einen Osterstrauß hängen – oder sich in Franken die Osterbrunnen ansehen, an denen Tausende ausgeblasene Eier hängen. Weitere Ideen finden Sie in der Rubrik Ostern.

Quellen

Melanie ist eine Marketing-Managerin mit einer Leidenschaft für Kreativität und Innovation. Neben ihrer beruflichen Laufbahn schreibt Melanie für Parifar und verbindet dabei ihre beiden anderen Hobbies - Reisen und DIY.

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