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Seltene Jungennamen

Melanie Groß
Redaktion parifar
Aktualisiert am 09.10.20264 Min. Lesezeit9 Quellen geprüft

Seltene Jungennamen sind Vornamen, die in Deutschland nur wenige Eltern wählen – obwohl sie seit Jahrhunderten belegt sind. Keiner der 32 Namen auf dieser Seite steht in der Top 500 der häufigsten Jungennamen 2025 von beliebte-vornamen.de. Sie finden hier altdeutsche, lateinische, nordische und internationale Namen, jeweils mit Herkunft und Bedeutung.

Wann ein Jungenname als selten gilt

Grundlage ist die Top-500-Liste des Namensforschers Knud Bielefeld. Sie wertet für 2025 rund 260.000 Geburtsmeldungen aus, etwa 40 % aller Geburten in Deutschland. Gleich klingende Namen sind dort zusammengefasst. Ein Name, der in dieser Liste fehlt, wurde 2025 also deutlich seltener vergeben als Platz 500.

Die Auswahl folgt diesen Regeln:

  • Nicht in der Top 500 2025, auch nicht in einer gleich klingenden Schreibweise.
  • Belegte Vornamen aus Namenslexika – keine Wortschöpfungen ohne Herkunft.
  • Nachvollziehbare Bedeutung. Ist sie umstritten, steht das dabei.

Viele Namen, die als Geheimtipp gehandelt werden, sind inzwischen verbreitet. Marlon steht 2025 auf Platz 52, Kian auf 61, Lian auf 62, Elian auf 80. Auch Nilo (286), Arvid (384), Thorin (441) und Levian (449) sind in der Top 500.

Altdeutsche Namen

Karl, Anton, Oskar und Ludwig sind längst zurück. Die folgenden Namen mit althochdeutschen Wurzeln sind noch selten. Die meisten bestehen aus zwei Teilen, die jeweils eine eigene Bedeutung haben.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
WendelinalthochdeutschKoseform von Namen mit Wendel-, nach dem germanischen Stamm der Wandalennicht in Top 500
Ansgaralthochdeutschans „Gott“ + gēr „Speer“nicht in Top 500
Hubertuslatinisierte Form von Huberthugu „Verstand, Sinn“ + beraht „glänzend“; Schutzpatron der Jägernicht in Top 500
RupertNebenform von Robert (Hrodperht)hruod „Ruhm“ + beraht „glänzend“nicht in Top 500
Balduinalthochdeutschbald „kühn“ + wini „Freund“nicht in Top 500
Gottfriedalthochdeutschgot „Gott“ + fridu „Friede“nicht in Top 500
Eckhartalthochdeutsch (Ekkehard)ekka „Schneide, Klinge“ + hart „hart, stark“nicht in Top 500
Ulrichalthochdeutsch (Odalric)uodal „Erbgut“ + rīhhi „Herrscher“nicht in Top 500

Lateinische und antike Namen

Römische Familien- und Beinamen klingen gehoben und sind international verständlich. Sie passen gut zu kurzen Nachnamen.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Silvanlateinisch (Silvanus)„zum Wald gehörig“ (silva „Wald“)nicht in Top 500
Aurelianlateinisch (Aurelianus)von Aurelius, zu aureus „golden“nicht in Top 500
Corneliuslateinischrömischer Familienname, vielleicht zu cornu „Horn“nicht in Top 500
Severinlateinisch (Severinus)von severus „ernst, streng“nicht in Top 500
Cassianlateinisch (Cassianus)vom römischen Familiennamen Cassius; Bedeutung unsichernicht in Top 500
Octavianlateinisch (Octavianus)von octavus „der Achte“nicht in Top 500
Lucianlateinisch (Lucianus)vom Vornamen Lucius, zu lux „Licht“nicht in Top 500
Florentinlateinisch (Florentinus)von florens „blühend“nicht in Top 500

Nordische und friesische Namen

Im Norden Deutschlands sind friesische Namen wie Fiete, Enno oder Lasse bereits in der Top 100. Tjark, Hauke und Sönke sind seltener. Die skandinavischen Namen enthalten oft die Silben „Tor“ (Thor) oder „bjørn“ (Bär).

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
TjarkfriesischKurzform von Dietrich: theod „Volk“ + rīhhi „Herrscher“nicht in Top 500
HaukefriesischKurzform von Namen mit hugu „Verstand, Sinn“nicht in Top 500
Sönkenordfriesisch„kleiner Sohn“nicht in Top 500
Ragnarskandinavisch (Ragnarr)regin „Rat“ + herr „Heer, Krieger“nicht in Top 500
Torbendänisch (Torbjörn)Thor (Donnergott) + bjǫrn „Bär“nicht in Top 500
Espennorwegisch (Asbjørn)áss „Gott“ + bjǫrn „Bär“nicht in Top 500
Björnskandinavisch„Bär“nicht in Top 500
Knutskandinavischknútr „Knoten“nicht in Top 500

Internationale Namen

Diese Namen sind in Irland, Wales, Italien, Spanien, Polen oder im arabischen Raum gängig, in Deutschland aber selten. Klären Sie früh, wie Sie den Namen aussprechen: Ciarán heißt im Irischen etwa „Kie-ran“, Emrys „Em-ris“.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Tarekarabisch (Tariq)„der Anklopfende“; arabischer Name des Morgensternsnicht in Top 500
Ciaránirisch„kleiner Dunkler“ (ciar „schwarz, dunkel“ + Verkleinerung)nicht in Top 500
Ronanirisch, bretonisch (Rónán)„kleine Robbe“nicht in Top 500
Emryswalisische Form von Ambrosiusgriechisch ambrosios „unsterblich“nicht in Top 500
Anatolpolnisch, russisch (Anatolius)griechisch anatolē „Sonnenaufgang“nicht in Top 500
Amedeoitalienische Form von Amadeus„liebe Gott“ (lateinisch amo „ich liebe“ + deus „Gott“)nicht in Top 500
Kasimirpolnisch (Kazimierz)slawisch kaziti „zerstören“ + mir „Frieden“nicht in Top 500
Álvarospanisch, westgotischen UrsprungsHerkunft unsicher, evtl. „ganz“ + „wachsam“ oder „Hüter“nicht in Top 500

Tipps für die Wahl eines seltenen Jungennamens

  1. Auf ähnlich klingende Modenamen achten. Wenn Seltenheit Ihr Ziel ist: Aurelian ist selten, Aurelio (Platz 224) und Aurel (Platz 425) sind es weniger. Silvan klingt ähnlich wie das gängigere Silas (Platz 169).
  2. Die Rufform festlegen. Aus Hubertus wird im Alltag leicht Hubert, aus Wendelin Wendel, aus Cornelius Conny. Überlegen Sie, ob Ihnen die naheliegende Kurzform gefällt.
  3. Sonderzeichen bedenken. Björn, Sönke oder Álvaro werden in Formularen und E-Mail-Adressen oft umgeschrieben (Bjoern, Soenke). Das ist kein Grund gegen den Namen, aber gut zu wissen.
  4. Nachweis bereithalten. Das Standesamt trägt einen Namen ein, wenn er als Vorname erkennbar ist und das Kindeswohl nicht gefährdet. Die GfdS verlangt Belege aus seriösen Quellen. Für alle Namen dieser Liste gibt es solche Belege in Namenslexika. Im Zweifel hilft ein Gutachten der GfdS.
  5. Frist im Blick behalten. Die Geburt wird binnen einer Woche angezeigt (§ 18 PStG). Den Vornamen können Sie innerhalb eines Monats nachreichen (§ 22 PStG).

Weitere Namenslisten

Quellen

Melanie Groß schreibt für parifar über Reisen, Selbermachen und Alltag. Jeder Ratgeber wird mit Quellen geprüft und regelmäßig aktualisiert.