Mädchen

Seltene Mädchennamen

Melanie Groß
Redaktion parifar
Aktualisiert am 09.10.20265 Min. Lesezeit7 Quellen geprüft

Seltene Mädchennamen sind echte, überlieferte Vornamen, die in Deutschland nur wenige Kinder bekommen. Alle 31 Namen auf dieser Seite stehen nicht in der Top 500 der häufigsten Mädchennamen 2025 von beliebte-vornamen.de. Ihre Seltenheit ist damit belegt. Die Liste ist nach Stil sortiert: wiederentdeckte Klassiker, Namen aus Mythologie und Literatur, naturnahe und internationale Namen – jeweils mit Herkunft und Bedeutung.

Was einen Mädchennamen selten macht

Eine amtliche Vornamenstatistik gibt es in Deutschland nicht. Die längste frei zugängliche Rangliste erstellt der Namensforscher Knud Bielefeld (beliebte-vornamen.de). Seine Top 500 für 2025 beruht auf rund 260.000 Geburtsmeldungen, das sind etwa 40 % aller in Deutschland geborenen Kinder. Gleich klingende Schreibweisen fasst er zusammen.

Für diese Liste gelten drei Kriterien:

  • Nicht in der Top 500 2025 – auch nicht in einer gleich klingenden Schreibweise.
  • Als Vorname belegt: Jeder Name steht in etablierten Namenslexika und wird seit Generationen vergeben. Erfundene Fantasienamen sind nicht dabei.
  • Herkunft geprüft: Wo die Bedeutung umstritten ist, steht das in der Tabelle.

Manche Namen gelten als selten, sind es aber nicht mehr. Linnea (Platz 144), Amaya (121), Yara (145), Nila (271), Elodie (277) und Elora (485) stehen alle in der Top 500 für 2025. Zur Einordnung: Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zählte für 2025 fast 65.000 verschiedene Vornamen. Selbst der Spitzenreiter Sophia/Sofia kommt nur auf 1,33 % aller Mädchen-Erstnamen.

Wiederentdeckte Klassiker

Urgroßmutter-Namen wie Frieda, Mathilda und Ida stehen längst wieder in der Top 20. Die folgenden Namen aus derselben Epoche sind noch selten. Viele haben eine alltagstaugliche Kurzform: aus Ottilie kann Tilly werden, aus Friederike Rike, aus Konstanze Conny.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Ottiliealthochdeutsch (Odilia)zu ōt „Reichtum, Glück“ oder uodil „Erbgut“nicht in Top 500
Adelheidalthochdeutsch„von edler Art“ (adal „edel“ + heit „Art, Wesen“)nicht in Top 500
Henrikeweibliche Form von Heinrich„Herrscherin im Haus“ (heim „Heim“ + rīhhi „Herrscher“)nicht in Top 500
Gesineniederdeutsch, wohl Koseform von GertrudGertrud: ger „Speer“ + trud „Kraft, Stärke“nicht in Top 500
Konstanzelateinisch (Constantia)„Beständigkeit, Standhaftigkeit“nicht in Top 500
Clementinelateinisch (von Clemens)„die Milde, die Gnädige“nicht in Top 500
Friederikeweibliche Form von Friedrichfridu „Friede“ + rīhhi „Herrscher“nicht in Top 500
Leopoldineweibliche Form von Leopoldliut „Volk“ + bald „kühn“nicht in Top 500
Beatrixlateinischwohl von Viatrix „Reisende“, später an beatus „glücklich, selig“ angelehntnicht in Top 500

Namen aus Mythologie und Literatur

Diese Namen tragen eine Geschichte mit sich. Das kann ein Vorteil sein, weil viele Menschen sie kennen. Prüfen Sie aber die Figur dahinter: Penelope steht für Treue, Ariadne wurde von Theseus verlassen.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Seraphinaspätlateinisch, aus dem Hebräischennach den Seraphim, „die Brennenden“ (Engel bei Jesaja)nicht in Top 500
Melisandealtfranzösisch (Melisende), aus dem Gotischenamals „tatkräftig“ + swinþs „stark“; Titelfigur in Maeterlincks „Pelléas et Mélisande“nicht in Top 500
Isoldedeutsche Form von IseultHerkunft umstritten; Heldin der Tristan-Sage und von Wagners Oper „Tristan und Isolde“ (1865)nicht in Top 500
Ariadnegriechischwohl „die sehr Heilige“ (ari- „sehr“ + adnos „heilig“); Tochter des Königs Minosnicht in Top 500
Penelopegriechischwahrscheinlich von pēnelops, einer Entenart; Ehefrau des Odysseusnicht in Top 500
Undinelateinischvon unda „Welle“; Wassergeist, von Paracelsus benanntnicht in Top 500
Minervalateinisch, evtl. etruskischHerkunft unsicher, evtl. zu mens „Verstand“; römische Göttin der Weisheitnicht in Top 500
Cordeliaaus einer Chronik des 12. Jahrhunderts (Cordeilla)Herkunft unsicher; die treue Tochter in Shakespeares „König Lear“nicht in Top 500

Naturnahe Namen

Pflanzen, Meer und Sterne: Diese Namen haben eine anschauliche Bedeutung. Beliebte Naturnamen wie Luna, Flora oder Ivy sind hier bewusst nicht aufgeführt, weil sie in der Top 500 stehen.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Daphnegriechisch„Lorbeer“; Nymphe, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurdenicht in Top 500
Fleurfranzösisch„Blume“nicht in Top 500
Kalinaslawisch (bulgarisch, polnisch)„Schneeball“ (Viburnum-Strauch)nicht in Top 500
Océanefranzösischvon océan „Ozean“nicht in Top 500
Estellealtfranzösisch„Stern“ (von lateinisch stella)nicht in Top 500
Susannahebräisch (Schoschanna)„Lilie“nicht in Top 500

Internationale Namen

Namen aus anderen Sprachen sind in ihrem Herkunftsland oft gängig, in Deutschland aber selten. Achten Sie auf die Aussprache: Soraya wird „So-ra-ja“ gesprochen, Solène „So-lenn“ mit Betonung auf der zweiten Silbe.

NameHerkunftBedeutungBeliebtheit 2025
Zivahebräischweibliche Form von Ziv: „Glanz, Strahlen“nicht in Top 500
Sorayapersisch, aus arabisch Thurayya„die Plejaden“ (Siebengestirn)nicht in Top 500
Mirellaitalienisch (Form von Mireille)wohl zu okzitanisch mirar „bewundern“nicht in Top 500
Solènefranzösisch (Variante von Solange)von lateinisch sollemnis „feierlich, religiös“nicht in Top 500
Palomaspanisch„Taube“nicht in Top 500
Astridskandinavisch (Ástríðr)áss „Gott“ + fríðr „schön, geliebt“nicht in Top 500
Sigridaltnordisch (Sigríðr)sigr „Sieg“ + fríðr „schön, geliebt“nicht in Top 500
Marendänisch, norwegischKoseform von Marina („die vom Meer“) oder Marianicht in Top 500

Tipps für die Wahl eines seltenen Namens

  1. Buchstabier-Test machen. Ein seltener Name muss öfter erklärt werden. Sagen Sie ihn am Telefon und lassen Sie ihn aufschreiben. So sehen Sie, welche Schreibweise Fremde erwarten.
  2. Mit dem Nachnamen kombinieren. Lange Namen wie Leopoldine oder Clementine wirken mit einem kurzen Nachnamen ausgewogen. Endet der Vorname auf einen Vokal und beginnt der Nachname mit einem (Ziva Albers), verschwimmen die Wörter.
  3. Den Namen belegen können. Das Standesamt prüft seltene Namen genauer. Der Name muss als Vorname erkennbar sein und darf das Kindeswohl nicht gefährden. Nach den Grundsätzen der GfdS sollte er sich durch seriöse Quellen belegen lassen. Bei Zweifeln erstellt die GfdS ein kostenpflichtiges Gutachten für das Standesamt.
  4. Fristen kennen. Die Geburt muss binnen einer Woche beim Standesamt angezeigt werden (§ 18 PStG). Steht der Vorname dann noch nicht fest, können Sie ihn innerhalb eines Monats nachreichen (§ 22 PStG).
  5. Mit einem Zweitnamen ausbalancieren. Ein vertrauter Zweitname wie Marie gibt einem ungewöhnlichen Rufnamen Halt – oder umgekehrt: Ein seltener Zweitname ist eine Möglichkeit, einen besonderen Namen zu vergeben, ohne dass Ihr Kind ihn im Alltag tragen muss. Insgesamt sind höchstens fünf Vornamen möglich.

Weitere Namenslisten

Quellen

Melanie Groß schreibt für parifar über Reisen, Selbermachen und Alltag. Jeder Ratgeber wird mit Quellen geprüft und regelmäßig aktualisiert.