Seltene Mädchennamen
Seltene Mädchennamen sind echte, überlieferte Vornamen, die in Deutschland nur wenige Kinder bekommen. Alle 31 Namen auf dieser Seite stehen nicht in der Top 500 der häufigsten Mädchennamen 2025 von beliebte-vornamen.de. Ihre Seltenheit ist damit belegt. Die Liste ist nach Stil sortiert: wiederentdeckte Klassiker, Namen aus Mythologie und Literatur, naturnahe und internationale Namen – jeweils mit Herkunft und Bedeutung.
Was einen Mädchennamen selten macht
Eine amtliche Vornamenstatistik gibt es in Deutschland nicht. Die längste frei zugängliche Rangliste erstellt der Namensforscher Knud Bielefeld (beliebte-vornamen.de). Seine Top 500 für 2025 beruht auf rund 260.000 Geburtsmeldungen, das sind etwa 40 % aller in Deutschland geborenen Kinder. Gleich klingende Schreibweisen fasst er zusammen.
Für diese Liste gelten drei Kriterien:
- Nicht in der Top 500 2025 – auch nicht in einer gleich klingenden Schreibweise.
- Als Vorname belegt: Jeder Name steht in etablierten Namenslexika und wird seit Generationen vergeben. Erfundene Fantasienamen sind nicht dabei.
- Herkunft geprüft: Wo die Bedeutung umstritten ist, steht das in der Tabelle.
Manche Namen gelten als selten, sind es aber nicht mehr. Linnea (Platz 144), Amaya (121), Yara (145), Nila (271), Elodie (277) und Elora (485) stehen alle in der Top 500 für 2025. Zur Einordnung: Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zählte für 2025 fast 65.000 verschiedene Vornamen. Selbst der Spitzenreiter Sophia/Sofia kommt nur auf 1,33 % aller Mädchen-Erstnamen.
Wiederentdeckte Klassiker
Urgroßmutter-Namen wie Frieda, Mathilda und Ida stehen längst wieder in der Top 20. Die folgenden Namen aus derselben Epoche sind noch selten. Viele haben eine alltagstaugliche Kurzform: aus Ottilie kann Tilly werden, aus Friederike Rike, aus Konstanze Conny.
| Name | Herkunft | Bedeutung | Beliebtheit 2025 |
|---|---|---|---|
| Ottilie | althochdeutsch (Odilia) | zu ōt „Reichtum, Glück“ oder uodil „Erbgut“ | nicht in Top 500 |
| Adelheid | althochdeutsch | „von edler Art“ (adal „edel“ + heit „Art, Wesen“) | nicht in Top 500 |
| Henrike | weibliche Form von Heinrich | „Herrscherin im Haus“ (heim „Heim“ + rīhhi „Herrscher“) | nicht in Top 500 |
| Gesine | niederdeutsch, wohl Koseform von Gertrud | Gertrud: ger „Speer“ + trud „Kraft, Stärke“ | nicht in Top 500 |
| Konstanze | lateinisch (Constantia) | „Beständigkeit, Standhaftigkeit“ | nicht in Top 500 |
| Clementine | lateinisch (von Clemens) | „die Milde, die Gnädige“ | nicht in Top 500 |
| Friederike | weibliche Form von Friedrich | fridu „Friede“ + rīhhi „Herrscher“ | nicht in Top 500 |
| Leopoldine | weibliche Form von Leopold | liut „Volk“ + bald „kühn“ | nicht in Top 500 |
| Beatrix | lateinisch | wohl von Viatrix „Reisende“, später an beatus „glücklich, selig“ angelehnt | nicht in Top 500 |
Namen aus Mythologie und Literatur
Diese Namen tragen eine Geschichte mit sich. Das kann ein Vorteil sein, weil viele Menschen sie kennen. Prüfen Sie aber die Figur dahinter: Penelope steht für Treue, Ariadne wurde von Theseus verlassen.
| Name | Herkunft | Bedeutung | Beliebtheit 2025 |
|---|---|---|---|
| Seraphina | spätlateinisch, aus dem Hebräischen | nach den Seraphim, „die Brennenden“ (Engel bei Jesaja) | nicht in Top 500 |
| Melisande | altfranzösisch (Melisende), aus dem Gotischen | amals „tatkräftig“ + swinþs „stark“; Titelfigur in Maeterlincks „Pelléas et Mélisande“ | nicht in Top 500 |
| Isolde | deutsche Form von Iseult | Herkunft umstritten; Heldin der Tristan-Sage und von Wagners Oper „Tristan und Isolde“ (1865) | nicht in Top 500 |
| Ariadne | griechisch | wohl „die sehr Heilige“ (ari- „sehr“ + adnos „heilig“); Tochter des Königs Minos | nicht in Top 500 |
| Penelope | griechisch | wahrscheinlich von pēnelops, einer Entenart; Ehefrau des Odysseus | nicht in Top 500 |
| Undine | lateinisch | von unda „Welle“; Wassergeist, von Paracelsus benannt | nicht in Top 500 |
| Minerva | lateinisch, evtl. etruskisch | Herkunft unsicher, evtl. zu mens „Verstand“; römische Göttin der Weisheit | nicht in Top 500 |
| Cordelia | aus einer Chronik des 12. Jahrhunderts (Cordeilla) | Herkunft unsicher; die treue Tochter in Shakespeares „König Lear“ | nicht in Top 500 |
Naturnahe Namen
Pflanzen, Meer und Sterne: Diese Namen haben eine anschauliche Bedeutung. Beliebte Naturnamen wie Luna, Flora oder Ivy sind hier bewusst nicht aufgeführt, weil sie in der Top 500 stehen.
| Name | Herkunft | Bedeutung | Beliebtheit 2025 |
|---|---|---|---|
| Daphne | griechisch | „Lorbeer“; Nymphe, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wurde | nicht in Top 500 |
| Fleur | französisch | „Blume“ | nicht in Top 500 |
| Kalina | slawisch (bulgarisch, polnisch) | „Schneeball“ (Viburnum-Strauch) | nicht in Top 500 |
| Océane | französisch | von océan „Ozean“ | nicht in Top 500 |
| Estelle | altfranzösisch | „Stern“ (von lateinisch stella) | nicht in Top 500 |
| Susanna | hebräisch (Schoschanna) | „Lilie“ | nicht in Top 500 |
Internationale Namen
Namen aus anderen Sprachen sind in ihrem Herkunftsland oft gängig, in Deutschland aber selten. Achten Sie auf die Aussprache: Soraya wird „So-ra-ja“ gesprochen, Solène „So-lenn“ mit Betonung auf der zweiten Silbe.
| Name | Herkunft | Bedeutung | Beliebtheit 2025 |
|---|---|---|---|
| Ziva | hebräisch | weibliche Form von Ziv: „Glanz, Strahlen“ | nicht in Top 500 |
| Soraya | persisch, aus arabisch Thurayya | „die Plejaden“ (Siebengestirn) | nicht in Top 500 |
| Mirella | italienisch (Form von Mireille) | wohl zu okzitanisch mirar „bewundern“ | nicht in Top 500 |
| Solène | französisch (Variante von Solange) | von lateinisch sollemnis „feierlich, religiös“ | nicht in Top 500 |
| Paloma | spanisch | „Taube“ | nicht in Top 500 |
| Astrid | skandinavisch (Ástríðr) | áss „Gott“ + fríðr „schön, geliebt“ | nicht in Top 500 |
| Sigrid | altnordisch (Sigríðr) | sigr „Sieg“ + fríðr „schön, geliebt“ | nicht in Top 500 |
| Maren | dänisch, norwegisch | Koseform von Marina („die vom Meer“) oder Maria | nicht in Top 500 |
Tipps für die Wahl eines seltenen Namens
- Buchstabier-Test machen. Ein seltener Name muss öfter erklärt werden. Sagen Sie ihn am Telefon und lassen Sie ihn aufschreiben. So sehen Sie, welche Schreibweise Fremde erwarten.
- Mit dem Nachnamen kombinieren. Lange Namen wie Leopoldine oder Clementine wirken mit einem kurzen Nachnamen ausgewogen. Endet der Vorname auf einen Vokal und beginnt der Nachname mit einem (Ziva Albers), verschwimmen die Wörter.
- Den Namen belegen können. Das Standesamt prüft seltene Namen genauer. Der Name muss als Vorname erkennbar sein und darf das Kindeswohl nicht gefährden. Nach den Grundsätzen der GfdS sollte er sich durch seriöse Quellen belegen lassen. Bei Zweifeln erstellt die GfdS ein kostenpflichtiges Gutachten für das Standesamt.
- Fristen kennen. Die Geburt muss binnen einer Woche beim Standesamt angezeigt werden (§ 18 PStG). Steht der Vorname dann noch nicht fest, können Sie ihn innerhalb eines Monats nachreichen (§ 22 PStG).
- Mit einem Zweitnamen ausbalancieren. Ein vertrauter Zweitname wie Marie gibt einem ungewöhnlichen Rufnamen Halt – oder umgekehrt: Ein seltener Zweitname ist eine Möglichkeit, einen besonderen Namen zu vergeben, ohne dass Ihr Kind ihn im Alltag tragen muss. Insgesamt sind höchstens fünf Vornamen möglich.
Weitere Namenslisten
- Die 100 beliebtesten Mädchennamen 2025
- Schöne Mädchennamen
- Kurze Mädchennamen
- Amerikanische Mädchennamen
- Seltene Jungennamen
Quellen
- beliebte-vornamen.de (Knud Bielefeld): Top 500 des Jahres 2025
- Gesellschaft für deutsche Sprache: Die beliebtesten Vornamen 2025 (9. Juni 2026)
- Gesellschaft für deutsche Sprache: Vornamen – die häufigsten Fragen
- Familienportal des Bundes: Namensrecht & Sorgerecht
- Personenstandsgesetz, § 18 (Anzeige der Geburt)
- Personenstandsgesetz, § 22 (Nachträgliche Anzeige der Vornamen)
- Behind the Name: Etymologie-Datenbank für Vornamen







