Blattgemüse gehört zu den dankbarsten Kulturen im Garten: Spinat und Salat wachsen schnell, lassen sich mehrmals im Jahr säen und liefern schon wenige Wochen nach der Aussaat frische Ernte. Der Zuckerhut verlängert die Saison bis in den Winter. Hier lesen Sie, wann Sie säen, worauf Sie achten müssen und wie Sie die Ernte lagern.

| Gemüse | Aussaat | Abstand | Ernte |
|---|---|---|---|
| Spinat | ab Mitte März; August/September für Herbst- und Frühjahrsernte | Reihen 15–25 cm | 6–8 Wochen nach der Saat |
| Kopfsalat | Vorkultur ab Ende Februar, Pflanzung ab Mitte März, alle 14 Tage nachsäen | 30 × 30 cm | 4–6 Wochen nach der Pflanzung |
| Zuckerhut | Mitte Juni bis Mitte Juli | ca. 30 × 40 cm | September bis Dezember |
Spinat anbauen
Spinat (Spinacia oleracea) gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen. Er wird direkt ins Beet gesät: 1 bis 3 cm tief, in Reihen mit 15 bis 25 cm Abstand und recht dicht. Bei 10 bis 20 °C keimt er in ein bis zwei Wochen.
- Frühjahr: Aussaat ab Mitte März ins Freiland.
- Herbst und Winter: Aussaat im August für die Ernte im Spätherbst, im September für die Ernte im Frühjahr. Überwinternden Spinat nicht im Oktober zurückschneiden – das senkt in Versuchen die Winterhärte deutlich.
- Sommer: Spinat ist eine Langtagspflanze. Von Juni bis September schießt er schnell in Blüte und wird dann bitter und zäh. Im Sommer nur schossfeste Sorten säen.
Düngung und Nitrat: Spinat braucht keinen frischen Mist. Zu viel Stickstoff erhöht den Nitratgehalt in den Blättern. Ernten Sie an sonnigen Tagen am Nachmittag oder Abend, dann ist der Nitratgehalt niedriger. Blanchieren senkt ihn um 40 bis 70 %. Gegarten Spinat nicht lange warmhalten, Reste rasch abkühlen; Säuglinge und Kleinkinder sollten nur frisch zubereiteten Spinat bekommen.
Ernte und Lagerung: Zuerst die äußeren Blätter ernten. Frischer Spinat hält im feuchten Tuch im Kühlschrank nur zwei bis drei Tage. Blanchiert lässt er sich gut einfrieren.
Der Spinat-Eisen-Mythos
Frischer Spinat enthält rund 3,5 mg Eisen pro 100 g – nicht mehr als viele andere Gemüse. Die Oxalsäure im Spinat hemmt zudem die Aufnahme von Eisen und Calcium. Der Mythos vom besonders eisenreichen Spinat geht vermutlich auf Messwerte für getrockneten Spinat zurück, die später auf frischen übertragen wurden. Die oft erzählte Geschichte vom „Kommafehler“ ist dagegen selbst eine Legende: Ihr Urheber räumte später ein, dass sie höchstwahrscheinlich nicht stimmt.
Kopfsalat anbauen
Kopfsalat (Lactuca sativa var. capitata) ist ein Korbblütler und ein Lichtkeimer: Die Samen werden nur ganz leicht mit Erde bedeckt. Ideal zum Keimen sind 13 bis 18 °C. Über 20 °C fällt die Saat in Keimruhe – im Hochsommer also an einem kühlen Ort vorziehen oder abends säen.
- Folgesaaten: Wer alle zwei Wochen nachsät, kann fast durchgehend ernten.
- Abstand: 30 × 30 cm; bei Direktsaat 25 bis 30 cm Reihenabstand, 1 bis 2 cm tief.
- Boden und Wasser: mittlerer Nährstoffbedarf, Kompost genügt meist. Sonniger Platz, rund 10 Liter Wasser pro Quadratmeter, bei Hitze morgens gießen.
- Schossen: Langer Tag und Hitze im Frühsommer lassen Salat in Blüte gehen. Für den Sommer schossfeste Sorten wählen.
- Schnecken: Junger Salat ist ihr Lieblingsfutter – Tipps zur Abwehr finden Sie im Ratgeber Gemüsegarten anlegen.
Kopfsalat ist erntereif, wenn der Kopf fest geschlossen ist. Er schmeckt frisch am besten und hält im Kühlschrank nur drei bis vier Tage.
Zuckerhut: Salat für Herbst und Winter
Der Zuckerhut (Cichorium intybus var. foliosum) ist eine Zichorie und mit Chicorée und Radicchio verwandt. Er bildet längliche, feste Köpfe und eignet sich vor allem für den Spätsommer- und Herbstanbau.
- Aussaat: ältere Sorten nicht vor Mitte bis Ende Juni, sonst schießen sie; Direktsaat bis Mitte Juli. Moderne Hybriden vertragen frühere Saattermine.
- Abstand: etwa 30 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen.
- Kälte: Zuckerhut verträgt je nach Sorte Fröste bis etwa −4 bis −6 °C, ist im Freiland aber nicht voll winterhart. Geerntet wird von September bis in den Dezember.
- Lagerung: Mit Wurzel aufrecht in feuchten Sand gestellt, hält er sich im kühlen Keller bis weit in den Winter.
In der Küche: Der leicht bittere Geschmack stammt vom Bitterstoff Lactucopicrin (auch Intybin genannt). Wer es milder mag, legt die geschnittenen Blätter kurz in lauwarmes Wasser. Zuckerhut wird in feine Streifen geschnitten als Salat gegessen oder wie Chicorée gegart und überbacken.
Weitere Anleitungen: Kohl anbauen und Gemüsegarten anlegen.





