Zwiebeln anbauen: Steckzwiebeln, Aussaat und warum Zwiebeln klein bleiben

Zwiebeln gehören in jeden Gemüsegarten – und trotzdem bleiben sie bei vielen Hobbygärtnern enttäuschend klein. Der Grund liegt meist nicht im Dünger, sondern im Timing: Zwiebeln reagieren auf die Tageslänge. Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Steckzwiebeln, Säzwiebeln und Winterzwiebeln richtig anbauen, warum Zwiebeln klein bleiben und wie Sie die Ernte lange lagern.

Geerntete Zwiebeln beim Trocknen
Geerntete Zwiebeln trocknen auf dem Feld. Foto: Forest and Kim Starr, CC BY 3.0 US, via Wikimedia Commons

Drei Wege zur Zwiebel

MethodeVorteileNachteile
Steckzwiebelneinfach, schneller Start, wenig Unkrautdruckkönnen Krankheiten mitbringen, große Steckzwiebeln schießen leichter, weniger lange lagerfähig
Aussaat (Säzwiebeln)günstig, große Sortenauswahl, gut lagerfähiglange Kulturzeit, junge Pflanzen konkurrieren schlecht mit Unkraut
Jungpflanzengeringeres Risiko für Falschen Mehltau und Fusariummehr Aufwand oder Kosten

Pflanz- und Saattermine

  • Sommerzwiebeln säen: März bis Mitte April, 2 bis 3 cm tief, Reihenabstand etwa 25 cm, in der Reihe etwa 4 cm. Radieschen oder Salat als Markiersaat zeigen die Reihen früh an.
  • Steckzwiebeln: ab dem Frühjahr in 25 × 5 bis 8 cm stecken. Ideal sind kleine Steckzwiebeln von etwa 1,5 cm Durchmesser.
  • Winterzwiebeln: Mitte August bis September säen oder im Oktober stecken. Unter Vlies überwintert, liefern sie ab Ende Mai die ersten Zwiebeln. Sie sind aber nur kurz lagerfähig.
  • Schalotten: 30 × 15 cm.

Warum bleiben meine Zwiebeln klein?

Zwiebeln für Mitteleuropa sind Langtagszwiebeln: Sobald der Tag eine bestimmte Länge erreicht (bei Langtagssorten 14 Stunden und mehr), stellen sie das Blattwachstum ein und beginnen, die Knolle zu bilden. Wie groß die Zwiebel wird, hängt vor allem davon ab, wie viele und wie große Blätter die Pflanze bis zu diesem Zeitpunkt gebildet hat. Daraus folgen die wichtigsten Regeln:

  1. Früh säen und stecken. Wer erst im Mai startet, hat bei Beginn der Knollenbildung zu wenig Laub – die Zwiebeln bleiben klein.
  2. Unkraut konsequent hacken. Junge Zwiebeln setzen sich erst ab etwa 10 bis 15 cm Blattlänge gegen Konkurrenz durch.
  3. Passende Sorten wählen. Für den Anbau im Frühjahr sind Langtagssorten gedacht; Kurztagssorten werden bei uns vor allem als Winterzwiebeln verwendet.
  4. Nicht zu spät düngen. Zwiebeln brauchen wenig Stickstoff. Späte oder zu hohe Gaben verzögern die Reife und führen zu dicken Hälsen, die schlecht lagern.
  5. Gleichmäßig wässern in der Hauptwachstumszeit, aber nicht zu nass in der Reifephase.

Pflege: Gießen, Hacken, Schossen

Den höchsten Wasserbedarf haben Zwiebeln zwischen dem Acht-Blatt-Stadium und dem Beginn der Knollenbildung. Wenn das Laub umfällt, hört das Gießen auf, denn zu viel Feuchtigkeit kurz vor der Reife fördert Fäulnis. Schießen Zwiebeln in Blüte, ist die Knolle kaum noch lagerfähig. Das Risiko steigt bei großen Steckzwiebeln über 22 mm. Wärmebehandelte („gedarrte“) Steckzwiebeln schossen seltener.

Ernte, Trocknung und Lagerung

Erntereif sind Zwiebeln, wenn das Laub von selbst umknickt – im Erwerbsanbau gilt ein Bestand als reif, wenn 30 bis 50 % der Pflanzen umgefallen sind. Das Laub von Hand umzuknicken, ist nicht nötig; warten Sie die natürliche Abreife ab.

  • Bei trockenem Wetter ernten und einige Tage auf dem Beet oder an einem luftigen, überdachten Ort trocknen lassen.
  • Das Laub einige Zentimeter über der Zwiebel abschneiden oder die Zwiebeln zu Zöpfen flechten.
  • Kühl, trocken und luftig lagern. Zwiebeln mit dickem Hals zuerst verbrauchen.
  • Aus Saat gezogene Zwiebeln halten meist länger als Zwiebeln aus Steckzwiebeln.

Bewährte Sorten

Zu den bekannten deutschen Zwiebelsorten gehören 'Stuttgarter Riesen', die 'Zittauer Gelbe Riesen' und die rote 'Braunschweiger Dunkelblutrote'. Letztere ist aromatisch, gilt aber als schlecht lagerfähig. Für den Herbst- und Winteranbau gibt es eigene Winterzwiebelsorten.

Zwiebelfliege und Falscher Mehltau

  • Zwiebelfliege: Sie bildet zwei bis drei Generationen im Jahr. Die erste lässt im Mai/Juni junge Pflanzen nesterweise absterben, die zweite frisst im Juli/August in den Zwiebeln. Ein Kulturschutznetz mit höchstens 1,5 × 2 mm Maschenweite schützt zuverlässig.
  • Falscher Mehltau: Er braucht feuchte Nächte und nasse Blätter. Gießen Sie vormittags, pflanzen Sie nicht zu dicht und halten Sie vier bis fünf Jahre Anbaupause für Zwiebeln ein.

Mischkultur mit Möhren

Zwiebeln und Möhren gelten als klassisches Mischkultur-Paar. Ein Versuch aus dem Jahr 1984 bestätigte, dass Zwiebeln zwischen den Möhren den Befall durch die Möhrenfliege verringern können – allerdings nur, solange die Zwiebeln jung und grün sind. Sobald sie Knollen bilden, lässt die Wirkung deutlich nach. Ein Netz über den Möhren bleibt der sicherere Schutz. Mehr zum Möhrenanbau lesen Sie im Ratgeber Wurzelgemüse anbauen.

Quellen

Melanie ist eine Marketing-Managerin mit einer Leidenschaft für Kreativität und Innovation. Neben ihrer beruflichen Laufbahn schreibt Melanie für Parifar und verbindet dabei ihre beiden anderen Hobbies - Reisen und DIY.

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