Kohl anbauen: Kohlrabi, Blumenkohl und Rotkohl im Garten

Kohl ist ein Klassiker im Gemüsegarten – vom schnellen Kohlrabi im Frühjahr bis zum lagerfähigen Rotkohl für den Winter. Alle Kohlarten sind Kreuzblütler und haben ähnliche Ansprüche: viel Licht, nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden, gleichmäßige Wasserversorgung und Schutz vor Schädlingen. Hier lesen Sie, wie Kohlrabi, Blumenkohl und Rotkohl gelingen.

Kohlrabi
Kohlrabi. Foto: unbekannt, CC0, via Wikimedia Commons
KohlartPflanzungAbstandErnte
KohlrabiMärz/April (früh) bis Mitte August (Herbstsorten)25 × 25 bis 30 × 30 cmab Mitte Mai, bei ca. 6 cm Knollendurchmesser
Blumenkohlab Ende März bis spätestens Ende Juli50 × 50 bis 50 × 60 cm55–85 Tage nach der Pflanzung
RotkohlMai bis Ende Junica. 50 × 50 cm, späte Sorten weiterSpätsommer bis Herbst

Grundregeln für alle Kohlarten

  • Anbaupause: Kreuzblütler frühestens nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet. Das gilt auch für Radieschen, Rettich und Senf.
  • Boden: ein pH-Wert um 7 beugt der Kohlhernie vor. Saure Böden werden gekalkt, Staunässe vermieden.
  • Vorkultur: Jungpflanzen sind nach etwa vier Wochen pflanzfertig.
  • Schutz: Ein feinmaschiges Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung hält Kohlfliege, Kohlweißling und Erdflöhe fern. Im Frühjahr schützt Vlies zusätzlich vor Kälte.

Kohlrabi anbauen

Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) ist die schnellste Kohlart und braucht weniger Nährstoffe als seine Verwandten. Der Name verbindet „Kohl“ und „Rübe“.

  • Frühanbau: Pflanzung im März/April unter Vlies oder Lochfolie, 25 × 25 cm. Ernte ab Mitte Mai.
  • Sommer und Herbst: Sommersorten im April säen, Herbstsorten bis Mitte Juli säen und bis Mitte August pflanzen (30 × 30 cm). Riesensorten brauchen 45 × 45 cm und drei bis vier Monate.
  • Folgesätze: Alle drei bis vier Wochen nachsäen, dann gibt es den ganzen Sommer über zarte Knollen.
  • Kälte: Junge Pflanzen, die zu kalt stehen, können schossen.

Warum platzt oder verholzt Kohlrabi? Beides kommt meist von ungleichmäßiger Wasserversorgung, sobald die Knolle dicker wird. Holzig wird Kohlrabi außerdem, wenn er zu spät geerntet wird. Ernten Sie bei etwa 6 cm Durchmesser. Mit Blättern hält Kohlrabi nur wenige Tage; Herbstsorten lassen sich bei 0 bis 1 °C und hoher Luftfeuchte bis ins neue Jahr lagern. Kohlrabi enthält reichlich Vitamin C (rund 60 mg pro 100 g roh).

Blumenkohl anbauen

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) ist ein Starkzehrer und die anspruchsvollste der drei Kohlarten. Er braucht viel Stickstoff, Phosphor und Kalium und einen pH-Wert von 6,8 bis 7,5.

  • Frühanbau: Vorkultur ab Februar, Pflanzung ab Ende März, Ernte Ende Mai/Juni.
  • Sommeranbau: Pflanzung Mai/Juni, Ernte Ende Juli/August.
  • Herbstanbau: Pflanzung im Juli, spätestens bis Monatsende, Ernte Oktober/November.
  • Abstand: 3 bis 4 Pflanzen pro Quadratmeter. Zu dicht gepflanzt leidet die Qualität.

Weiße Köpfe: Sonne lässt die Blume gelb oder violett anlaufen, besonders bei samenfesten Sorten, deren Blätter den Kopf schlechter umhüllen. Knicken Sie einige Blätter über den Kopf oder binden Sie sie zusammen. Hohe Nachttemperaturen und trockene Luft stören die Kopfbildung.

Ernte: Ernten Sie, solange der Kopf fest und geschlossen ist, und kontrollieren Sie im Sommer täglich. Eine alte, samenfeste Frühsorte ist der „Erfurter Zwerg“, der in Kleingärten bis heute angebaut wird. Erfurt war über Jahrhunderte ein Zentrum des deutschen Samenbaus. Blumenkohl liefert rund 48 mg Vitamin C pro 100 g.

Rotkohl anbauen

Rotkohl, in Süddeutschland Blaukraut genannt, ist ein Starkzehrer mit einer Anbaupause von drei bis fünf Jahren.

  • Vorkultur: frühe Sorten im Februar bis Anfang März bei etwa 15 °C, späte Sorten im März und April. Direktsaat ist ab Mitte April möglich.
  • Pflanzung: Mai bis Ende Juni, vor Mitte Mai mit Kälteschutz. Abstand etwa 50 × 50 cm, späte Sorten bis 70 cm.
  • Lagerung: Späte Sorten halten, am Strunk kopfüber im kühlen Keller aufgehängt, bis in den Februar. Rotkohl lagert besser als Weißkohl.

Warum Rotkohl die Farbe wechselt: Die Farbstoffe im Rotkohl sind Anthocyane, die wie ein pH-Indikator wirken. Mit Essig oder Apfel wird er leuchtend rot, mit Natron bläulich. Auch im Beet färben saure Böden die Blätter röter. Pro 100 g liefert Rotkohl rund 27 kcal und 55 mg Vitamin C.

Schädlinge und Krankheiten an Kohl

ProblemErkennenGegenmaßnahme
KohlhernieWucherungen an den Wurzeln, Pflanzen welkenKalken (pH ≥ 7), Fruchtfolge, keine Staunässe
KohlfliegeMaden an Wurzel und StängelKulturschutznetz, Kragen um den Stängel
Kohlweißling, Kohleule, KohlmotteFraßlöcher, Raupen an den BlätternNetz, Raupen absammeln
Erdflöhekleine Löcher in jungen BlätternKulturschutznetz
Mehlige Kohlblattlausgraue Kolonien an BlätternKulturschutznetz, stark befallene Blätter entfernen

Weitere Anleitungen: Blattgemüse anbauen und Fruchtfolge im Gemüsegarten.

Quellen

Melanie ist eine Marketing-Managerin mit einer Leidenschaft für Kreativität und Innovation. Neben ihrer beruflichen Laufbahn schreibt Melanie für Parifar und verbindet dabei ihre beiden anderen Hobbies - Reisen und DIY.

Nach oben scrollen